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Drei Tage in Erfurt

7.5.17


Drei Tage in Erfurt liegen hinter mir und stellvertretend für die vielen schönen Begegnung habe ich dieses Foto ausgewählt - es zeigt links David Roth, ich kannte schon seinen Vater Fritz Roth, wie er setzt sich David für moderne Bestattungs- und Trauerformen arbeitet. Peggy Steinhauser leitet heute das Leuchtfeuer-Lotsenhaus in Hamburg, ich kennen sie als Kursteilnehmerin und Asisstentin, und als Mutter des ersten "Kursbabies" das ich miterleben durfte, ihre Tochter wird im Sommer 8! Daneben stehen Anemone Zeim und Maditha von Hassel, die ihr Unternehmen auch "Agentur" für Trauerbegleitung und Erinnerung nennen - das ist ein Begriff, der vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre! So erlebe ich das Vergehen der Zeit, die damit verbundenen Veränderungen und Entwicklungen. Auch wenn mir TrauerbegleiterInnen aus den neuen Bundesländern erzählen, dass sie noch viel Abwertung und Hinterfragung ihres Fachwissens erleben - so habe ich auch aus den alten Bundesländern lange gehört und den langsamen Umschwung von der Geringschätzung zur Anerkennung miterleben können.

Auf dem Fachtag am Samstag war wieder einmal die "anhaltende Trauerstörung" Thema, dieser vermutlich neue Diagnose-begriff, der voraussichtlich ab 2018 weltweit bestimmte Trauerprozesse benennen und eine Bezahlung für die dafür entstehenden Behandlungskosten sichern wird. Ob das für die Trauerbegleitung, wie wir sie kennen und entwickelt haben etwas positives bringt - keiner weiß es, viele bezweifeln es. Vor einem halben Jahr habe ich einige Gedanken dazu aufgeschrieben: "Was ist schon normal?"

 

Ich fühlte mich wie ein offenes Messer

2.5.17


Seit kurzem gibt es das digitale Magazin elysium.digital.de, mit sehr lesenswerten und oft berührende Beiträgen rund um Tod und Trauer. Eine der Herausgeberin ist Lisa Freund, die ich schon als einfühlsame und beosndere Referentin zur Spiritualität im Sterben und Trauern erleben durfte. Sie bat mich um ein Interview zu ihrem Schwerpunktthema "Suizidtrauer". Obwohl ich wenig Zeit hatte, waren ihre Fragen so präzise, dass ein erstaunlich langes Interview dabei herauskam. Darin konnte ich meine eigene Geschichte und gleichzeitig meine Erfahrungen in der Begleitung von Suizidhinterbliebenen Revue passieren lassen, das war eine besondere Erfahrung. elysium.digital.de

 

Rückmeldung zu den neuen Büchern

25.04.17


Nun sind die neuen Bücher seit knapp vier Wochen im Handel und die ersten Rückmeldungen erreichen mich.

Lisa Freund, Trauer- und Sterbebegleiterin, Trainerin aus Berlin schreibt:

„Mir gefällt die Ablösung vom Begriff „Traueraufgaben“ hin zu den „Trauerfacetten“. Das übernehme ich jetzt von dir ab sofort. Seit Jahren schlage ich mich damit herum, dass ich die "Aufgaben" unpassend finde. Ich zitiere dich ab jetzt mit diesem Ansatz in meinen Kursen. Es wäre richtig gut, wenn der öffentlicher würde und sich mehr verbreiten könnte.“

Silke Mayerhofer, Trauerbegleiterin aus Leipzig:

„Begeistert und berührt bin ich von deinem Kaleidoskop der Trauer, welches ich für und in meiner Arbeit als Trauerbegleiterin genial finde. Das trifft es einfach so wunderbar und bringt viele neue Bilder und Ansätze für meine Arbeit. Es fühlt sich fast schon lebendig an und birgt viel "Bewegung" und einen immer neuen Blick.“ Das freut mich sehr, denn ich habe das Gefühl, dass im Modell des Trauer-Kaleidoskops noch viel Potenzial steckt. So liegen bei uns zuhause ausgeschnittene Facettenteile auf allen Tischen, mit einfachen Fragen auf der Rückseite. Ich denke darüber nach, eine Art Kartenspiel daraus zu entwickeln. Mal sehen, was daraus wird.

 

Persönliche Gesetzbücher

03.04.17


Zurück aus Schwäbisch Hall, wo ich mit Clownin Aphrodite die Vortragsperformance „Macht Schuld etwa Sinn?“ gespielt haben. Neben dem großen „Schuld-Karton“ haben wir seit einigen Monaten als Requisiten auch die „Persönlichen Gesetzbücher“ dabei. Ein einprägsames Bild dafür, dass wir alle nach unseren eigenen Regeln leben und entscheiden. In dem schönen Theatersaal des Alten Schlachthofs mussten wir dann erleben, dass persönliche Gesetzbücher auch in Kulturprojekten gelten. Während die Betreiber des Theatersaals es selbstverständlich fanden, dass es für uns ruhig sein sollte, hielten die Betreiber der Kneipe darunter es für absolut richtig, ihre Musikanlage auf die höchste mögliche Stufe zu drehen. So spielten wir das halbe Stück auf einem von Bässen vibrierenden Boden – die ZuschauerInnen hatten noch mehr Mühe als wir, das auszublenden. Trotzdem war es ein eindrucksvoller Abend, den ich am nächsten Tag mit einem workshop für 15 aufmerksame HospizmitarbeiterInnen vertiefen konnte. Der Veranstaltungsort dafür war ein zum Bildungszentrum umgebautes Gefängnis, manche alten Zellentüren waren im Originalzustand belassen und erlaubten den Blick in enge karge Zellen. Eine eindrückliche Erinnerung daran, dass beim Verstoß gegen Gesetze aus kollektiven aber auch aus persönlichen Gesetzbüchern harte Strafen drohen.

 

Buchmesse Leipzig

26.3.17


Zurück von der Buchmesse in Leipzig. Es tat gut, die vielen Menschen zu sehen und erleben, die sich für Texte, Meinungen und Geschichten interessieren! Auch meine eigenen Bücher wurden gut aufgenommen. Im Veranstaltungsraum der zentral gelegenen Apotheke am Peterbogen konnten wir die Titel vorstellen und erlebten einen dichten, emotionalen Abend mit KollegInnen aus Halle, Oranienburg und Leipzig, Mitgliedern von verschiedenen Trauergruppen aus Leipzig und anderen Freunden und Interessierten. Am Samstagmorgen gab es noch mal eine halbe Stunden direkt auf der Messe, trotz des Trubels blieben Dutzende von Menschen stehen, setzten sich und hörten intensiv zu. Besonders berührt hat mich, dass ich um Widmungen gebeten wurde, die mit „In Erinnerung an …“ begannen. Eine Idee, die so nahe liegt, dass ich mich wundere, dass ich nicht längst selbst darauf gekommen bin.

 

Hospizinitiative Wesel

22.3.17


Gestern Abend waren wir bei der ambulanten Hospizinitiative Wesel. Die Koordinatorin Eva Chiwaeze, die meine Arbeit schon lange begleitet, war neugierig gewesen, wie ich wohl singe. Zusammen mit den rund 90 Vereinsmitgliedern, Trauernden und TrauerbegleiterInnen aus der Region war sie mit dem Abend sehr zufrieden. Wir spielten zum Ausklang das Stück „Together again“ von Janet Jackson, in dem sie einen verstorbenen Freund besingt, den sie immer um sich spürt. Daraufhin erzählte eine Begleiterin von einem alten Mann. Als Kind war er während des Krieges von seiner Familie getrennt worden, das Wiedersehen mit seinen Eltern und vor allem seinem geliebten kleinen Bruder war wunderbar gewesen. Doch nur einen Tag später wurde sein Bruder von einer Mine getötet. Der Schmerz war überwältigend. „Es hat lange gedauert“ habe der alte Herr gesagt „aber jetzt ist mein Bruder meine Schutzengel“.

 

öffentliche Probe

20.3.17


Am letzten Samstag konnten wir eine öffentliche Probe des Vortragskonzerts „Musikalische Reise durch das Kaleidoskop des Trauerns“ in der Kapelle des St. Josef-Altenheims in Köln machen. Mehr als 30 BewohnerInnen mit und ohne Rollstuhl, mehr oder weniger dementiell erkrankt waren gekommen. Sie kannten meinen Gitarristen Udo Kamjunke, der regelmäßig gemeinsam mit ihnen singt, und gaben nun auch mir eine Chance. Wir hatten damit gerechnet, dass unser Programm nicht so interessant für die BewohnerInnen sein würde. Aber fast alle blieben bis zum Schluss, applaudierten, und kommentierten „Genau so ist es!“, wenn ich von Verlustschmerz und Sehnsucht sprach. Es war sehr berührend für mich, wie Musik wirklich Brücken baut und Emotionen transportiert, über Generationen und Musikstile hinweg. Sehr dankbar und beschenkt bin ich nachhause gefahren.

 

Interview bei SWR-Tandem-Live

16.3.17


Gestern war ich als Interviewpartnerin zu einer Sendung von SWR-Tandem-Live (SWR 2) eingeladen. „Was brauchen Trauernde“ war die Frage, die Moderatorin Frauke Oppenberg verschiedenen AnruferInnen und mir stellte. Die vierzig Minuten vergingen schnell, denn die Anrufenden erzählten ruhig und klar von ihren Erfahrungen und Bedürfnissen. Eine schöne Sendung, die Sie hier nachhören können: Radio-Interview

 

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