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Leidenschaft

20.10.2018


Seit einem halben Jahr ist das kleine Dachbodenstudio von Udo Kamjunke ein wichtiger Ort für mich. An vielen Tagen haben wir dort Aufnahmen gemacht, erst von den Liedern, die wir in der „Musikalischen Reise zum Kaleidoskop des Trauerns“ spielen. Und zum Schluss Teile des Vortrags, der die Musikstücke einrahmt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich das, was ich sonst zuhörenden Menschen sage, mit derselben Leidenschaft in ein Mikrofon sprechen konnte. Nun ist es geschafft. Ich bin stolz und erstaunt und nervös, ob die CD, die nun aus den Aufnahmen entsteht, das vermitteln kann, was ich aussagen möchte. Ob sie trauernde Menschen berühren und stärken kann. Und dann ist da einfach eine große Freude, dass ich dieses Experiment gewagt habe!

Hören Sie doch einfach mal in die CD rein. Ich stelle Ihnen das Lied "Alles was bleibt" vor.

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Erntezeit

11.10.2018


Ich bin viel unterwegs in diesem warmen Herbst. Gestern Abend stand ich mit meinem Gitarristen Udo Kamjunke in der Mühlheimer Immanuelkirche, der Altarraum war fürs Erntedankfest mit Obst und verschiedenen Gütern geschmückt. Pfarrer Manz, der uns eingeladen hatte, erinnerte an einen Vortrag, die ich vor einigen Jahren an derselben Stelle zum Thema Schuld gehalten habe. So geht es mir jetzt fast überall, ich treffe bekannte Gesichter, Menschen, die an Fortbildungen oder Vorträgen teilgenommen haben, sogar ehemalige KlientInnen und viele melden mir etwas Ermutigendes zurück. Ein Satz, den ich mal gesagt habe, den sie als hilfreich erinnern, ein Bild, das sie bis heute stärkt. So bin ich an vielen Orten getragen durch Vertrautheit mit den Menschen und ein großes Wohlwollen, das mir entgegenkommt. Das ist in meinem zwanzigsten Arbeitsjahr eine beglückende Erfahrung von „Ernte“.

 

Unerwartete Überraschung

27.09.2018


Diese Postkarte war heute im Briefkasten, unterschrieben von einigen TeilnehmerInnen an einem Wochenende für Suizidhinterbliebene vom letzten Jahr: „Liebe Chris, wir fünf haben vor 14 Tagen ein Wochenende im Siebengebirge verbracht: wandern, plaudernd, tiefgründig, quatschend, traurig, lachend. Herzlichen Dank , dass ihr uns zusammengebracht habt!“ Vertrauen wagen – so heißen diese Seminare, die ich mit einem Team von KollegInnen über den Verein AGUS e.V. anbiete. Immer wieder bin ich zutiefst berührt, dass das gemeinsame Trauern, Gedenken und auch das gemeinschaftliche Spüren der eigenen Lebenskraft wirklich hilft, mit sehr schweren Schicksalsschlägen umzugehen. Infos über den Verein AGUS e.V. und die Seminartermine 2019:

Seminare ansehen

 

Gute Gründe zum Weiterleben

20.09.2018


Was ist eigentlich neu an der Überarbeitung von „Warum hast du uns das angetan?“ habe ich mich in den letzten Tagen gefragt. Es dauert immer eine Weile, bis ein Buch für mich wirklich „da“ ist, nicht nur gedruckt sondern auch „da“ im Sinne von erkannt, in seiner Besonderheit verstanden. Dem nähere ich mich langsam, es sind ja erst zwei Monate, seit das wunderschön gestaltete dritte Buch mit dem Trauerkaleidoskop erschienen ist. Auf jeden Fall sind viele Übungen neu und ausführlich beschrieben, sie können von Trauernden selbst angewandt werden aber auch von Begleitenden in der täglichen Beratungspraxis (nicht nur mit Suizidhinterbliebenen) benutzt werden. Endlich sind die Übungen auch leicht zu finden, denn im Inhaltsverzeichnis gibt es eine Seite, auf der sie aufgeführt sind. Mehr Informationen zum Buch finden Sie auch unter:

Randomhouse oder auf dieser Webseite unter Bücher in der zweiten Zeile

 

Unterwegs

07.09.2018


Wieder einmal ist eine Langzeitfortbildung zu Ende gegangen, fünfzehn frisch gebackene TrauerbegleiterInnen haben ihr Zertifikat erhalten. Ich bin so stolz auf jede/n einzelne/n! In den Abschlussarbeiten wurde zum ersten Mal mit dem Trauerkaleidoskop gearbeitet und wunderbare Arbeiten sind entstanden, unter anderem zu kreativem Schreiben im Trauerprozess, Trauer am Arbeitsplatz, zu Trauerprozessen von chronisch Erkrankten und ihren Angehörigen und zur kunsttherapeutischen Arbeit mit traumatisierten trauernden Flüchtlingsfrauen. (Diese Absolventin hat soeben den Verein SHIFT e.V. gegründet „Hilfe für Geflüchtete bei Trauer und Trauma“, sehr empfehlenswert: www.shift-potsdam.de). Nach einem rauschenden Abschlussfest haben wir am letzten Morgen das gemeinsam gestaltete Mandala aufgelöst und die Materialien mit dem Wissen „alles ändert nur die Form“ in den Rhein gebracht. Nun sind alle unterwegs in ihre eigenen Projekte und Lebensaufgaben und ich bin ein bisschen traurig aber vor allem sehr dankbar für die gemeinsame Zeit!

 

Zeitreise

01.08.2018


Ein neues/altes Buch ist erschienen „Warum hast du uns das angetan?“ für Suizidhinterbliebene und alle, die sie unterstützen möchten. Es war eine besondere Erfahrung, fast eine Zeitreise, dieses Buch komplett zu überarbeiten, denn es erschien zum ersten Mal 1998 und war damals das erste Selbsthilfebuch zu diesem Thema. Seither hat sich vieles verändert – sowohl in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Suizid und Suizidtrauer wie auch in meinem eigenen Leben. Ich hätte niemals erwartet, dass noch soviel Glück und auch Erfolg auf mich warten, nachdem sich 1985 meine damalige Partnerin getötet hatte. Vor einigen Tagen hatte ich ein inneres Bild, in dem sie mir zunickte, stolz auf das, was ich nach ihrem Tod in meinem Leben gestaltet habe. Eine unerwartete wunderschöne Erfahrung.

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Bob Neimeyer

28.07.2018


Wiedersehen mit Bob Neimeyer und vielen großartigen KollegInnen aus der ganzen Welt in London/Ontario/ Canada. Als gewähltes Mitglied der „International worksgroup of death dying and bereavement“ (IWG) habe ich das Privileg, alle anderthalb bis zwei Jahre eine Woche lang mit hochkarätigen ExpertInnen aus Hospiz-Palliativmedizin und Trauerbegleitung lernen und diskutieren. Die Gründergeneration dieser selbstorganisierten Arbeitsgemeinschaft hat durch Vernetzung und gegenseitige Ermutigung viel erreicht, beim Treffen zählen aber neben fachlicher Kompetenz auch soziale Fähigkeiten. Als neues Mitglied sehe ich beindruckt die Freundschaften und auch den kollegialen Umgang mit Unterschieden. Collin M. Parkes (London) feierte seinen 81. Geburtstag in dieser Runde, Ken Doka erhielt einen Preis für sein Lebenswerk. Sylvia Brathuhn, Joachim Wittkowski und David Roth waren als deutsche KollegInnen dort und natürlich Ruth-Marijke-Smeding, die allerdings länderübergreifend arbeitet. In meiner Arbeitsgruppe „Sociology and Compassion“ ging es um das Thema Mitgefühl im privaten und politischen Umfeld. Der Begriff „political grief“ bezeichnet hier die Trauer um Verluste die durch politische Veränderungen und Unterdrückung ausgelöst werden. Ein hochaktuelles Thema für alle US-amerikanischen TeilnehmerInnen, aber auch für mich und andere von großer Bedeutung.

 

schuld*werker*innen

05.04.2018


Mein Konzept zur Konstruktiven Schuldbearbeitung wird soviel nachgefragt, dass ich gar nicht alle Fortbildungen und Vorträge anbieten kann, die gewünscht werden. Unterstützung habe ich daher schon länger durch Dr. Tanja Brinkmann aus Bremen und nun auch durch Jan Möllers, Berlin. Mit den beiden arbeiten arbeite ich zweimal im Jahr an der Weiterentwicklung des Konzepts, wir tauschen uns über die Fragen der FortbildungsteilnehmerInnen aus und profitieren von der Methodenvielfalt der jeweils anderen. Bei unserem Treffen in Bremen Anfang April gab es dann endlich einen Namen für unser kollegiales Netzwerk „schuld*werker*innen“. Vorträge und Schulungen von wenigen Stunden über Wochenendseminare werden von uns dreien angeboten, die dreiteilige Fortbildungsreihe zur Konstruktiven Schuldbearbeitung kann ab Mitte 2019 auch von diesen erfahrenen KollegInnen durchgeführt werden (Kontakt über info@trauerinstitut.de). Nur die Performance „Macht Schuld etwa Sinn?“ mache ich weiterhin ausschließlich zusammen mit Clownin Aphrodite!

 

Abschluss eines erfolgreichen Experiments

28.03.2018


Das war der erfolgreiche Abschluss eines Experiments: eine dreiteilige Fortbildung für erfahrene TraurbegleiterInnen, die sich intensiv mit Begleitung von Hinterbliebenen nach einer Selbsttötung beschäftigen möchten. Nach vielen Modellen, die ich für dieses Thema entwickelt habe, bin ich endlich rundum zufrieden. In diesen drei mal vier Tagen ist ohne jeden Zeitdruck Raum für alles, was von Bedeutung ist: die Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen, das Verstehen von möglichen Hintergründen eines Suizids, der Abbau von Tabus und Ängsten und schließlich ein gutes Handwerkszeug für die Begegnung in Einzelgesprächen und Gruppen. Die Rückmeldungen waren durchgehend begeistert und so bin ich ermutigt, diese Fortbildung in 2019/2020 wieder anzubieten.

 

Abschied

Januar 2018


Eine gute Freundin ist gestorben, Kerstin Rehfeld, eine mutige heitere kluge Frau. Geboren am 3.3. 1967 mit einer progressiven Muskelerkrankung und vieler Lebensmöglichkeiten dadurch beraubt. Doch ihr Hunger nach Selbständigkeit, nach Spaß und nach Freundschaft, nach Abenteuer und Schönheit hat sich kein bisschen beeinflussen lassen von Einschränkungen. Das galt noch für ihr letztes Lebenshalbjahr, dass sie auf eigenen Wunsch in einem Hospiz mit wunderbarem Garten verbrachte. Der Sommer dort war heiter und schön und aktiv. Der Herbst war widersprüchlich zwischen Furcht vor und Hoffnung auf das Sterben. Die Eule war ihr „Wappentier“ und zu den vielen besonderen Erfahrungen, die ich ohne Kerstin nie gemacht hätte, gehörte der Besuch einer Falknerin bei ihr mit zwei kleinen Eulen und einem großen Uhu. Sie starb wie sie es gewollt hatte, kurz vor dem metereologischen Winterbeginn am 19.12.2017. Mein Leben ist ärmer durch ihren Tod und reicher durch alles, was ich durch sie erlebt und gelernt habe.

 

2017

Drei Tage in Erfurt

7.5.17


Drei Tage in Erfurt liegen hinter mir und stellvertretend für die vielen schönen Begegnung habe ich dieses Foto ausgewählt - es zeigt links David Roth, ich kannte schon seinen Vater Fritz Roth, wie er setzt sich David für moderne Bestattungs- und Trauerformen arbeitet. Peggy Steinhauser leitet heute das Leuchtfeuer-Lotsenhaus in Hamburg, ich kennen sie als Kursteilnehmerin und Asisstentin, und als Mutter des ersten "Kursbabies" das ich miterleben durfte, ihre Tochter wird im Sommer 8! Daneben stehen Anemone Zeim und Maditha von Hassel, die ihr Unternehmen auch "Agentur" für Trauerbegleitung und Erinnerung nennen - das ist ein Begriff, der vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre! So erlebe ich das Vergehen der Zeit, die damit verbundenen Veränderungen und Entwicklungen. Auch wenn mir TrauerbegleiterInnen aus den neuen Bundesländern erzählen, dass sie noch viel Abwertung und Hinterfragung ihres Fachwissens erleben - so habe ich auch aus den alten Bundesländern lange gehört und den langsamen Umschwung von der Geringschätzung zur Anerkennung miterleben können.

Auf dem Fachtag am Samstag war wieder einmal die "anhaltende Trauerstörung" Thema, dieser vermutlich neue Diagnose-begriff, der voraussichtlich ab 2018 weltweit bestimmte Trauerprozesse benennen und eine Bezahlung für die dafür entstehenden Behandlungskosten sichern wird. Ob das für die Trauerbegleitung, wie wir sie kennen und entwickelt haben etwas positives bringt - keiner weiß es, viele bezweifeln es. Vor einem halben Jahr habe ich einige Gedanken dazu aufgeschrieben: "Was ist schon normal?"

 

Ich fühlte mich wie ein offenes Messer

2.5.17


Seit kurzem gibt es das digitale Magazin elysium.digital.de, mit sehr lesenswerten und oft berührende Beiträgen rund um Tod und Trauer. Eine der Herausgeberin ist Lisa Freund, die ich schon als einfühlsame und beosndere Referentin zur Spiritualität im Sterben und Trauern erleben durfte. Sie bat mich um ein Interview zu ihrem Schwerpunktthema "Suizidtrauer". Obwohl ich wenig Zeit hatte, waren ihre Fragen so präzise, dass ein erstaunlich langes Interview dabei herauskam. Darin konnte ich meine eigene Geschichte und gleichzeitig meine Erfahrungen in der Begleitung von Suizidhinterbliebenen Revue passieren lassen, das war eine besondere Erfahrung. elysium.digital.de

 

Rückmeldung zu den neuen Büchern

25.04.17


Nun sind die neuen Bücher seit knapp vier Wochen im Handel und die ersten Rückmeldungen erreichen mich.

Lisa Freund, Trauer- und Sterbebegleiterin, Trainerin aus Berlin schreibt:

„Mir gefällt die Ablösung vom Begriff „Traueraufgaben“ hin zu den „Trauerfacetten“. Das übernehme ich jetzt von dir ab sofort. Seit Jahren schlage ich mich damit herum, dass ich die "Aufgaben" unpassend finde. Ich zitiere dich ab jetzt mit diesem Ansatz in meinen Kursen. Es wäre richtig gut, wenn der öffentlicher würde und sich mehr verbreiten könnte.“

Silke Mayerhofer, Trauerbegleiterin aus Leipzig:

„Begeistert und berührt bin ich von deinem Kaleidoskop der Trauer, welches ich für und in meiner Arbeit als Trauerbegleiterin genial finde. Das trifft es einfach so wunderbar und bringt viele neue Bilder und Ansätze für meine Arbeit. Es fühlt sich fast schon lebendig an und birgt viel "Bewegung" und einen immer neuen Blick.“ Das freut mich sehr, denn ich habe das Gefühl, dass im Modell des Trauer-Kaleidoskops noch viel Potenzial steckt. So liegen bei uns zuhause ausgeschnittene Facettenteile auf allen Tischen, mit einfachen Fragen auf der Rückseite. Ich denke darüber nach, eine Art Kartenspiel daraus zu entwickeln. Mal sehen, was daraus wird.

 

Persönliche Gesetzbücher

03.04.17


Zurück aus Schwäbisch Hall, wo ich mit Clownin Aphrodite die Vortragsperformance „Macht Schuld etwa Sinn?“ gespielt haben. Neben dem großen „Schuld-Karton“ haben wir seit einigen Monaten als Requisiten auch die „Persönlichen Gesetzbücher“ dabei. Ein einprägsames Bild dafür, dass wir alle nach unseren eigenen Regeln leben und entscheiden. In dem schönen Theatersaal des Alten Schlachthofs mussten wir dann erleben, dass persönliche Gesetzbücher auch in Kulturprojekten gelten. Während die Betreiber des Theatersaals es selbstverständlich fanden, dass es für uns ruhig sein sollte, hielten die Betreiber der Kneipe darunter es für absolut richtig, ihre Musikanlage auf die höchste mögliche Stufe zu drehen. So spielten wir das halbe Stück auf einem von Bässen vibrierenden Boden – die ZuschauerInnen hatten noch mehr Mühe als wir, das auszublenden. Trotzdem war es ein eindrucksvoller Abend, den ich am nächsten Tag mit einem workshop für 15 aufmerksame HospizmitarbeiterInnen vertiefen konnte. Der Veranstaltungsort dafür war ein zum Bildungszentrum umgebautes Gefängnis, manche alten Zellentüren waren im Originalzustand belassen und erlaubten den Blick in enge karge Zellen. Eine eindrückliche Erinnerung daran, dass beim Verstoß gegen Gesetze aus kollektiven aber auch aus persönlichen Gesetzbüchern harte Strafen drohen.

 

Buchmesse Leipzig

26.3.17


Zurück von der Buchmesse in Leipzig. Es tat gut, die vielen Menschen zu sehen und erleben, die sich für Texte, Meinungen und Geschichten interessieren! Auch meine eigenen Bücher wurden gut aufgenommen. Im Veranstaltungsraum der zentral gelegenen Apotheke am Peterbogen konnten wir die Titel vorstellen und erlebten einen dichten, emotionalen Abend mit KollegInnen aus Halle, Oranienburg und Leipzig, Mitgliedern von verschiedenen Trauergruppen aus Leipzig und anderen Freunden und Interessierten. Am Samstagmorgen gab es noch mal eine halbe Stunden direkt auf der Messe, trotz des Trubels blieben Dutzende von Menschen stehen, setzten sich und hörten intensiv zu. Besonders berührt hat mich, dass ich um Widmungen gebeten wurde, die mit „In Erinnerung an …“ begannen. Eine Idee, die so nahe liegt, dass ich mich wundere, dass ich nicht längst selbst darauf gekommen bin.

 

Hospizinitiative Wesel

22.3.17


Gestern Abend waren wir bei der ambulanten Hospizinitiative Wesel. Die Koordinatorin Eva Chiwaeze, die meine Arbeit schon lange begleitet, war neugierig gewesen, wie ich wohl singe. Zusammen mit den rund 90 Vereinsmitgliedern, Trauernden und TrauerbegleiterInnen aus der Region war sie mit dem Abend sehr zufrieden. Wir spielten zum Ausklang das Stück „Together again“ von Janet Jackson, in dem sie einen verstorbenen Freund besingt, den sie immer um sich spürt. Daraufhin erzählte eine Begleiterin von einem alten Mann. Als Kind war er während des Krieges von seiner Familie getrennt worden, das Wiedersehen mit seinen Eltern und vor allem seinem geliebten kleinen Bruder war wunderbar gewesen. Doch nur einen Tag später wurde sein Bruder von einer Mine getötet. Der Schmerz war überwältigend. „Es hat lange gedauert“ habe der alte Herr gesagt „aber jetzt ist mein Bruder meine Schutzengel“.

 

öffentliche Probe

20.3.17


Am letzten Samstag konnten wir eine öffentliche Probe des Vortragskonzerts „Musikalische Reise durch das Kaleidoskop des Trauerns“ in der Kapelle des St. Josef-Altenheims in Köln machen. Mehr als 30 BewohnerInnen mit und ohne Rollstuhl, mehr oder weniger dementiell erkrankt waren gekommen. Sie kannten meinen Gitarristen Udo Kamjunke, der regelmäßig gemeinsam mit ihnen singt, und gaben nun auch mir eine Chance. Wir hatten damit gerechnet, dass unser Programm nicht so interessant für die BewohnerInnen sein würde. Aber fast alle blieben bis zum Schluss, applaudierten, und kommentierten „Genau so ist es!“, wenn ich von Verlustschmerz und Sehnsucht sprach. Es war sehr berührend für mich, wie Musik wirklich Brücken baut und Emotionen transportiert, über Generationen und Musikstile hinweg. Sehr dankbar und beschenkt bin ich nachhause gefahren.

 

Interview bei SWR-Tandem-Live

16.3.17


Gestern war ich als Interviewpartnerin zu einer Sendung von SWR-Tandem-Live (SWR 2) eingeladen. „Was brauchen Trauernde“ war die Frage, die Moderatorin Frauke Oppenberg verschiedenen AnruferInnen und mir stellte. Die vierzig Minuten vergingen schnell, denn die Anrufenden erzählten ruhig und klar von ihren Erfahrungen und Bedürfnissen. Eine schöne Sendung, die Sie hier nachhören können: Radio-Interview

 

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